© 2009 Antik Greef

Referenzobjekte

Zu den Referenz-Restaurierungsobjekten zδhlen:
Objekt Nr.1: Empire Kommode
Ausgeblichen und mit Rissen im Furnier kam diese Empire-Kommode zu mir, das Würfelmuster war kaum noch zu erkennen. Ich weiß nicht , was andere Restauratoren so alles auf eine Oberfläche machen, aber nur Schellack war das hier nicht. Ich kann nur hoffen , daß viele meiner Kollegen bei wertvollen Möbeln einen reinen Schellackaufbau vorziehen, denn alles andere ist nach 10- 20 Jahren schon wieder restaurierungsbedüftig. Links die Kommode vor der Restaurierung. Zur Vergrößerung bitte die Bilder anklicken.
Objekt Nr.2: Eine birke-furnierte Kommode um 1800
aus Rhoden.
Laut ehemaligem Besitzer wahrscheinlich nach dem Brand von Rhoden vom Fürsten geschenkt bekommen.
Oberfläche: Es handelt sich um eine reine, von Grund auf neu aufgebaute Schellackfläche. Es wurde keine synthetische Grundierung verwendet. Auch die Vollsäulen aus massiver Birke sind nach dem schwarz einfärben mit reinem schwarzen Schellack poliert worden.
Erneuert: 3 neue Schlüsselbuchsen in Ebenholz, 3 alte Schlüssel passend gefeilt, neue Laufleisten hergestellt sowie Anleimungen an den Schubladenseiten, vorne ein neues Sockelbrett als Blindholz hergestellt und das alte Sägefurnier wieder aufgeleimt, auch an Seiten neue Sockelbretter angebracht und das fehlende Furnier ersetzt, Profilleiste unten nach Originalvorlage komplett neu, kleine Furniereinsetzarbeiten an verschiedenen Stellen.
Arbeitszeit: 105,9 Std. verkauft für 3250,-€
Objekt Nr.3: Schreibschrank in Birke um 1800
aus Bad Arolsen.
Oberfläche: die Füße und Halbsaülen mit schwarzen Politurlack gespritzt, alles übrige reine Schellackpolitur.
Erneuert: Die Füße, die Schlüssellochbuchsenund die Oberfläche stammen von einer früheren Restaurierung. Alles stil- und fachgerecht erneuert. Auch die Laufleisten der Schubladen.
Arbeitszeit: 182,5 Std. verkauft für 5000,-€
Objekt Nr.4: Eicheschrank um 1800
aus Haina-Löhlbach.
Oberfläche: Alte Oberfläche mit einem Salmiak-Alkohol-Gemisch entfernt ( Füllungen entnommen), die leicht geschliffene Oberfläche mit Schellack grundiert und anschließend gewachst.
Aufwendig war hier, sämtlich Zwetschgenholzteile der Zahnschnittleiste und der Zöpfe abzunehmen und fehlend Teile zu ersetzen.
Der größte Teil der Füße fehlte. Diese nachgearbeitet. Diverse Teile eingesetzt, innen einige neue Holzhaken. Neue Türanschlagleisten am Ober-und Seitenteil. Neues Schloß, neuer Beschlag, neue Türzapfenbänder.
Arbeitszeit: 137,8 Std. verkauft für 5000,-€
Größe: 1,92 x 1,16 Tiefe: 0,59
Objekt Nr.5: Barock-Eichenkommode um 1750
Von einer vorherigen Restaurierung erst einmal die festgetackerte und geklebte Spanplattenleiste von der Rückwand entfernt sowie dieBeschläge und Füße aus den 50er Jahren. Neue Laufleisten angebracht sowie Einsetzarbeiten an den Traversen. In den mit Holznägeln stumpf und quer zur Zugrichtung befestigten Schubladenböden z.T. Späne eingesetzt. Damit die Schubladen besser gleiten, 2mm starke Laufleisten in Längsrichtung auf die vorher etwas ausgefrästen Böden aufgeleimt. (Wenn es bessere Lösungen für die Gangbarkeit dieser Schubladen mit nicht in Nut verlaufende Schubladenböden geben sollte, wäre ich für eine Tip dankbar).
Oberfläche: Schellack-Grundierung, Wachs
Kundenauftrag, Arbeitszeit: 33,4Std.
Restaurierungspreis: 1459,-€
Größe: 123,5 x 63,5 h:74,5
Objekt Nr.6: Kommode um 1830
mit Esche-Sägefurnier. Sie war in sehr schlechtem Zustand, hatte große Trocknungsrisse, auf der Platte z.B 6,6mm komplett durch. Nicht nur die Laufleisten waren hinüber, auch alle Nuten der Schubladenseiten. Den Korpus komplett auseinandergenommen und neu verleimt. Oberfläche: reine Schellackpolitur
Kundenauftrag, Arbeitszeit : 77,5 Std.
Restaurierungspreis: 2325,-€
Objekt Nr.7: Barock- Eicheschrank, eintürig, um 1760
Die Füße wurden ersetzt. Am Abdruck war zu sehen, das die originalen rund gewesen sind. Auch wurden oben und unten links aus altem Holz neue Profilleisten angebracht sowie das fehlende Steckgesims erneuert. Ebenso ist das Schloß und der Beschlag neu.
Arbeitszeit. 43,0 Std. verkauft für 3900,-€
Größe: 1,76 x 0,98( ohne Gesims) t:0,54
Objekt Nr.8: Kirschbaumtischchen um 1820
Es gibt sie auch heute noch:
Zufallsfunde auf Müllplätzen. Habe diese Tischchen gerade noch aus dem Müll bei Groß in Korbach gerettet, bevor der Bagger kam. Nach 24,1 Std. Arbeitszeit sah es dann schellackpoliert so aus. Verkaufserlös: 1000,-€
Objekt Nr.9: Biedermeier-Eckschrank um 1820
Eines meiner bisher schönsten Objekte:
In 93,6 Stunden wurde dieser Biedermeier-Eckschrank restauriert. Er ist etwa aus dem Jahre 1820 und stammt aus Kassel.
Mittels Wärmebehandlung wurde er entwurmt, anschließend die alte Oberfläche entfernt. Schwierigkeiten bereitete die hellblaue Farbe innen auf den eingegrateten Böden. Weder Abbeizer noch Lauge brachten Erfolg, es ging nur mechanisch mittels Schleifen. Ansonsten wurde nur per Hand geschliffen. Ersetzt wurden die Füße und die Verstärkung des Mittelfußes nach Originalvorlage, sowie eine Verstärkung des unteren gegrateten Bodens. Auch mußten einige kleinere Stellen neu furniert werden. Einen Stück Boden unter dem rechten Fuß mußte wegen zu starken Wurmbefalls ausgewechselt werden. Die Schlüsselschilder waren nur aus gebeiztem Furnier aufgeleimt. Diese wurden durch gleich starkes aus Ebenholz ersetzt. Ein Originalschlüssel war vorhanden, die beiden anderen wurden ersetzt. Alle Schlösser sind original.
Leimungen wurden nur mit Knochen- und Hautleim durchgeführt. Noch vorhandene Reste von Weißleim stammen von einer früheren Reparatur. Durch den Vorbesitzer wurden die Türen z.T. etwas abgesägt, da sie sich wohl damals nicht mehr richtig schließen ließen. Da es nicht allzu viel war wurde es nicht wieder ergänzt. Aufgebracht wurde eine reine Schellackpolitur. Es wurden keine synthetische Grundierung aufgebracht. Auch die Porenfüllung nur mit Bimsmehl und Schellack. 3 Scheiben sind original. Die drei anderen wurden aus altem Glas neu eingekittet.
Für 5000,- € verkauft
Objekt Nr.10: Biedermeiertischchen
Dieses Biedermeiertischen in Birke sah übel aus, als ich es bei einer Haushaltsauflösung in Netze aus dem Müllhaufen entfernte.
Zum Verkauf war es nicht mehr bestimmt. Aber für auf den Müll doch wohl zu schade. Nachdem es dann erst mal bei meinen Ersatzteilen 2 Jahrzehnte gefristet hatte, zeigte ich es einem Kunden, der es sich schellackpopliert restauriert vorstellen konnte und bereit war 1200,- € dafür zu zahlen.
Also ging ich ans Werk: eine Schablone gefertigt, um die Fuss- Ab-und Ausbrüche neu zu fertigen. Aus neuem Birkeholz Teile zugesägt, auch einen neuen Boden hergestellt, von dem nur noch zwei stark verwurmte Stücke übrig waren, Sägefurnier und Späne eingesetzt, eine Einsetzfräsarbeit an einem Beinzapfen durchgeführt, die alte Politur dann mit Salmiakgeist entfernt, gekittet mit Schellackkitt und fein geschliffen, dann schellackpoliert.
Nach ca. 30 Stunden war es ein Schmuckstück.
Objekt Nr.11: josephinische Kommode
So(Bild unten links)sah nach etwa 20 Jahren eine wertvolle josephinische Kommode aus, die ich zum Restaurieren bekam. Was man hier sieht, ist der sich lösende Polyesterlack( bis 5mm stark !) . Sah damals vor 20 Jahren wohl gar nicht so schlecht aus. Polyesterlack als Grundierung aufgegossen (das dabei einiges in den Korpus fließt bleibt nicht aus), geschliffen und ein wenig mit Schellack poliert, das gibt eine tolle Tiefenwirkung und manch einer fragt sich wie es möglich ist Schellack so dick aufzutragen. Wie lange die Kommode gut aussah weiß ich nicht . Im Jahre 2008 sah sie fürchterlich aus. Der Polyesterlack war durch Lichteinflüsse getrübt und gelblich und löste sich vom Holz. Ich glaube Holz mag keinen Polyesterlack. Ich habe die Kommode von Grund auf wieder mit Schellack behandelt und wette, das sie auch in 20 Jahren noch top aussieht.
Diese aufwendige Restaurierung hat fast 92 Stunden in Anspruch genommen.
Objekt Nr.12: Birke- Sekretär
Bei diesem Objekt lasse ich einfach mal die Kunden-Email sprechen: "Aber eines muss ich noch sagen, Sie hatten recht, je länger der Sekretär bei uns steht, desto besser gefällt er uns! Er wird immer wieder bewundert und das ist Ihr Verdienst, Ihre hervorragende Arbeit. Nochmal danke dafür.
Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer u. viele gute Geschäfte."
Objekt Nr.13: Armlehnstuhl, Russland um 1820
Auch ein Objekt, bei dem eine frühere Restaurierung große, nicht mehr zu restaurierende Schäden verursacht hat. Nach dem Abnehmen der Schellackpolitur zeigt sich folgendes: Der Mittelsteg wurde nachträglich eingesetzt und nur gebeizt. Es wurde Furnier von verschiedenen Hölzern aufgeleimt, an mehreren Stellen, wie den Füßen innen, fehlt es ganz. Unter der Schellackpolitur wurde aus Zeitersparnis mal wieder nicht mit Schellack porengefüllt, sondern mit synthetischer Grundierung auf Nitrobasis (zu sehen an dem weissen Belag). Ich kann jedem Liebhaber von Schellackpolituren nur dringend raten, beim Restaurator nachzufragen, ob er einen reinen Schellackaufbau praktiziert.
Das Schadensbild am Stuhl ist auf dem zweiten Foto deutlich zu sehen: Das Furnier wurde beim Restaurieren durchgeschliffen. Überall sieht man das Blindholz durch - leider nicht mehr zu retten.
Bei dünnen Furnieren ist es sicherlich gut, auf Schwing - und Bandschleifer zu verzichten. Auch die Messingadern wurden von grober Maschine in Mitleidenschaft gezogen, Riefen sind deutlich zu sehen, von Patina kann keine Rede sein.
Da war nur eine Neufurnierung möglich. Natürlich mittels Haut- und Knochenleim. Anschließend reiner Schellackaufbau. Nach 67 Stunden ist er wieder ein Schmuckstück.