Beschreibung: Arbeiten mit Sumpfkalk:
1) Mauern mit Sand und Sumpfkalk (gilt nur für Arbeiten am oder im Gebäude, bei freistehende Mauern hatte ich bisher nur mit NHL5 Erfolg):
Besonders wegen der geringen Härte, sollten Feldbrandsteinen(werden nur bei 600 -900 Grad gebrannt)nur mit Sand und Sumpfkalkmörtel gemauert und verfugt werden. Viel zu hart ist hier ein Zementmörtel, der zerstörend wirkt und im Laufe der Zeit keine Fugenbindung mehr hat. Normale Ziegelsteine aus den 20er Jahren (wurde bei ca 800-1100 Grad gebrannt) die vielleicht eine Härte von 15N/mm2 erreichen am besten mit NHL 3,5 - 5 vermauern und verfugen. Hat man Klinker (werden bei 1200 Grad und heisser gebrannt - es findet eine Versinterung statt, die sie dann wasserfest macht) kann für diese auch Zement benutzt werden. Mit Klinker kenne ich mich nicht aus. Ich habe hier nur Feldbrandsteine, normale Ziegelsteine und Sandsteine. Will man ein Mauer zügig setzen und geht einem die Erhärtung mit reinem Sumpfkalk zu langsam, kann man dem Mörtel auch etwas NHL zusetzen. Gut ist, die Steine vorher zu wässern.
5 T. Sand 1 T. Sumpfkalk bei Feldbrandsteinen Wasser nach Bedarf
3 T. Sand 1 T. Sumpfkalb bei Sandsteinen
3-5 T. Sand 1 T. NHl 3,5 -5,0 bei normalen Ziegelsteinen
2)Verputzen mit Sumpfkalk:
Immer die Wand gut Vornässen, mehrmals. Wenn die Wand stark saugt, evt. sogar eine Grundierung mit Kalktünche (Kalkmilch) durchführen. +
Von Profis wird der Mörtel an die Wand geschmissen, um Hohlräume durch Lufteinschluss zu verhindern. Ich schaffe den gleichen Effekt, indem ich den Mörtel an die Wand drücke. Dazu darf er nicht zu feucht sein (Wasserspiegelungen sollten nicht zu sehen sein). Dann lässt er sich gut verdichten und wird rissfrei. Auch gibt es keine gefährlichen Spritzer. Braucht man nur einen Putz von ca. 5 mm reicht ein Oberputz. Ansonsten erst einen Unterputz aufbringen. Der sollte nicht dicker als 2,5 cm aufgetragen werden und die größten Sandkörner nicht größer als ca. 1/3 der Schichtdicke sein. Große Löcher vorher schon mal nach und nach auffüllen.
2a)Unterputz:
Der darf Risse bekommen, dann verkrallt sich der Oberputz sogar besser. Durch Zugabe von z.B. Flachsfasern oder Haaren kann man aber auch Risse vermeiden. Besonders geeignet scheinen mir Flachsschäbe (wird meist als Leinenstroh für Pferdeeinstreu verkauft, z.b. bei Raiffeisen oder im Pferdebedarf), die sich gut einrühren lassen und auch im Unterputz meines Hauses auftauchen.
3 T. Putzsand, 1 T. Sumpfkalk, Wasser nach Bedarf
2b)Oberputz:
Ob man den Oberputz erst nach Trocknung des Unterputzes aufträgt (dann aber die harte Sinterschicht mit Drahtbürste aufrauen) oder am nächsten Tag wird kontrovers beantwortet. Bei mir hat beides funktioniert.
2 T. Putzsand, 2 T. Quarzsand, 1 T. Sumpfkalk, Wasser nach Bedarf
3) Feinputz:
Mit einer angerundeten Venezianerkelle lässt sich der Putz gut auftragen.
2 T Quarzsand, 2 T. Kreide (oder Marmormehl), 1 T. Sumpfkalk
4) Kalkglätte:
Man braucht Japanspachtel oder Rakel, um sehr glatte Flächen zu bekommen. Nur sehr dünn auftragen.
ca. 4 T. Kreide (oder Marmormehl), ca 2-3 T. Sumpfkalk
5) Kalkschlämme:
Besonders auf neu verputzte Wände geeignet. Es kommt zu einem freskalen Auftrag, wenn der Putz nach einem Tag noch feucht ist. Eine besonders haltbare Verbindung. Außerdem erspart man sich die Arbeit mit mehrmaligem Auftrag von Kalkfarbe (Kalkmilch, Kalktünche). Da Sumpfkalk auch gleichzeitig als weißes Farbpigment dient, hat man einen weißen Kalkanstrich. Wer es lieber farbig mag, kann bis 5% kalkechte Pigmente zusetzen.
ca. 2 T. Kreide (oder Marmormehl), ca. 1,5 T. Sumpfkalk, ca. 1-2 T. Wasser (muss gut streichbar sein)
6) Kalkfarbe, Kalkmilch, Kalktünche:
1 T. Sumpfkalk, ca. 4 T. Wasser (und evt. 5-10% kalkechte Pigmente)
Alle weiteren Zusätze, die Haftung, Verarbeitung, Erhärtung verbessern sollen, haben auch wieder Nachteile. Für Innenräume sollten das Rezept reichen, es sei denn, man braucht wirklich eine abriebfeste, wasserabweisende Oberfläche. Dann kann man eine Teil des Wassers durch Magermilch ersetzen (manche nehmen auch Quark).
Die Kalkfarbe wird sehr dünn aufgetragen, sonst gibt es Risse. Solche Kalktünche eignet sich besonders bei einem Erneuerungsanstrich auf vorhandener Kalkfarbe. Dann reicht vielleicht sogar ein einmaliger Anstrich. Für einen komplett neuen Anstrich geht die Kalkschlämme schneller vonstatten. Unbedingt Schutzbrille und Handschuhe tragen. Kalk ist alkalisch.
7) Kaseinfarbe:
Die ist wasserabweisend. Ich habe sie außen auf meine Fachwerkgefache gestrichen:
300ml Magermilch, 120 Gramm Kreide (billige Sportplatzkreide, es geht auch teures Marmormehl oder Kalksandsteinmehl), 4 Esslöffel Sumpfkalk. Einfach zusammenrühren. Der Sumpfkalk ist hier Bindemittel und gleichzeitig Pigment. Fertige zusammengemischt ist es nur wenige Tage haltbar.
Wenn die Kaseinfarbe nicht weiß, sondern eine andere Farbe haben soll, brauchen Sie noch ein kalkechtes Pigment (Ich habe 12 Gramm Ocker genommen).
8) Spachtel für feine Risse:
1 T. Quarzsand, 1 T. Kreide (oder Marmormehl), 1 T. Sumpfkalk
9) Grundierung bei Wandverfärbungen:
1 T. Sumpfkalk, 1 T. Magermilch
10) Bauanschlussfugen, Fensteranschlussfugen, Holzfenster-Mauerlaibung
Um Fugen zwischen Holzfensterrahmen und gemauerter Fensterlaibung zu schließen:
3 T. trockener Putzsand (sonst wird es mit Sumpfkalk und Magermilch zu dünnflüssig) 1 T.Sumpfkalk, evt. 0,5 T Flachsschäbe und Magermilch anstell von Wasser, bis der Mörtel erdfeucht ist und gut in die Fugen zu drücken ist. |