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Biedermeiersekretär, Kirsche

Artikel Nr.: 1100 (zur Vergrößerung bitte auf die Bilder klicken)
Biedermeiersekretär, Kirsche
Zustand: restauriert
Holzart/Material: Kirsche
Oberfläche: poliert
Baujahr: um 1830
Maße: Höhe: 150 cm
Breite: 102 cm
Tiefe: 43 cm
Preis: 7000 Euro

Beschreibung:

Dieser Kirschbaumsekretär, Spätbidermeier, wurde von mir in 110 Stunden komplett neu aufgearbeitet. Dazu kommen ca.30 Stunden vom Wandergesellen, der hier war.
Die komplette Restaurierungb kann man sich auf Youtube ansehen. Einfach "Restaurierung Sekretär Kirschbaum" eingeben.
Es gab einen schweren Furierschaden an der Platte oben, wo dann zwei neue Furnierblätter aufgeleimt wurden. Natürlich wurde der Sekretär in unserer Thermokammer gegen Holzwurm behandelt. Er bekam neue Laufleisten, die Klappe wurde vernünftig neu befestigt und justiert. Die originalen Füße wurden bis auf einen erhalten.
Alle Schlösser sind original aber nur der Schlüssel der Klappe war noch vorhanden.
Die Schlüssellochverzierungen in Ebenholz sind ebennfalls original, bis auf eines konnten alle fehlenden Stücke ergänzt werden.
Von den oberen Schubladenknöpfen war nur noch einer zur Hälfte vorhanden. Daher wurden zwei nachgedrechselt.

Eine hochwertige Restauration eines Biedermeiermöbels zeichnet sich immer aus durch den Erhalt oder die Neuanfertigung von eingelassenen Schlüsselschildern. Später aufgeschraubte Messingschlüsselschilder zeugen von keinem hohen Anspruch. Einen positiven Aspekt haben diese nachträglich aufgebrachten Beschläge: Der Preis des Objektes ist wesentlich günstiger.>br> Bei einem hohen Preis sollte alles stimmen:
Die Schellackpolitur ist nur mit Schellack und Bimsmehl hergestellt, keine synthetische Grundierung ( fragen Sie nach. Mit einer synthteischennGrundierung ist das Objekt 2000,-€ günstiger). Wurde ein Lack aufgetragen könnte ich über den Wert so eines Möbels keine Aussage mehr machen. In meinen Augen weniger Wert als unrestauriert.
Es werden nur Nägel und Schlitzschrauben benutzt, die zur damaligen Zeit auch gebräunlich waren (keine verzinkten Nägel oder Schrauben. Wenn Sie Spax- oder Torxschrauben sehen, kann man von einer dilettantischen Restaurierung sprechen, die dann mit Sicherheit weitere Schwächen hat).
Das schlimmste, was man einem Biedermeiermöbel antun kann, sind Verleimungen mit Weissleim. Das ist schlimmer wie unrestauriert. Die Folgeschäden und die Unvereinbarkeit mit allen anderen zur Biedermeierzeit gebräuchlichen Materialien bringen ein Objekt hervor, das oft irreversibel geschädigt ist.
An gut restaurierten Möbeln sind keine Schleifspuren von Schwingschleifern zu sehen, also runde kleine Kreise. Es sollte eigentlich nur per Hand geschliffen werden. Ein Kompromiss wäre für den ersten Schliff mit Körnung 120 höchstens noch ein Linearschleifer.
Es sollte auch selbstverständlich sein, das ein Biedermeiermöbel thermisch gegen Holzwurmbefall behandelt wurde, nicht mit irgend welchen Giften.
Wurden Schlösser, Schlüssel und andere Beschläge ersetzt, müssen diese auch stilistisch passen. Neuteile können den Wert eines Objektes stark herabsetzen.
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, das Wert auf passendes Ersatzholz gelegt wird. Auch als Restaurator hat man nicht jedes Holz in der richtigen Qualität oder Eigenart vorrätig und es bedarf oft eines großen Zeitaufwandes, dies zu besorgen.
Schlösser müssen gängig sein, Schubladen müssen gleiten. Dazu ist fast immer die Konstruktion innen mit neuen Laufleisten zu belegen und auch Anleitungen an den Schubladenseiten. Schauen Sie nach, ob das gemacht wurde.
Es sollte selbstverständlich sein, das gesagt wird, was ersetzt wurde.
Auch Laien können hochwertige Restaurierungen durchführen. Das ist ja auch den Sinn meiner Weitergabe von Informationen und Materialien.
Als Tischlermeister und geprüfter Restaurator im Tischlerhandwerk mit Gewerbeanmeldung muss ich mir aber auch einen bestimmten Stundensatz zugestehen.

Detailphotos: